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Kampfmittelsonderdierung, was ist das überhaupt?

Bei einer Kampfmittelbeseitigung redet man von der Beseitigung von Gegenständen wie Bomben oder Ähnliches, welche ursprünglich aus dem Krieg stammen oder ähnliches. Hierbei soll nicht nur das Kampfmittel selbst beseitigt werden, sondern auch die Gefahr die dadurch besteht. Tatsächlich ist es so, dass in Deutschland eine Kampfmittelsondierung in zwei voneinander unabhängigen Bereichen eingeteilt ist. Zum einen spricht man hier von einer zivilen Kampfmittelbeseitigung und zum anderen von einer militärischen Kampfmittelbeseitigung. In Österreich hingegen gibt es beim Bundeskriminalamt einen Entschärfungsdienst.

Kampfmittelräumdienst im zivilen Bereich

Aufgrund der Geschichte der Welt kam es zur Situation, das viele Leute die Waffen noch zu Hause lagern, leider ist das weder legal noch sicher. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen die Bundesländer also einen Kampfmittelräumdienst ins Leben zu rufen. Diese hat die Aufgabe die Öffentlichkeit zu auf langer Sicht zu sichern. Die Kampfmittelräumung definiert die Mittel als gewahrsamlose, aber zur Kriegsführung bestimmte Gegenstände, welche eine militärische Herkunft. Die Kampfmittel wurden in verschiedene Bereiche eingeteilt, darunter befinden sich:

  • Chemische Nebel, Kampf, Brand und Reizstoffe oder Rückstände welche diese Stoffe beinhalten
  • Explosive Stoffe oder Rückstände, welche die Stoffe beinhalten
  • Teile oder ganze Kriegswaffen

Tatsächlich umfasst der komplette Bereich mehr als nur Munitionsbergung, Bombenentschärfung und Kampfmittelbergung. Eine solche Kampfmittelsondierung kann entweder von der Stadt angeordnet werden, aber auch zusätzlich von Ihnen angefragt werden, falls Sie sich beispielsweise ein Grundstück gekauft haben und darauf bauen wollen. Denn hier ist es Pflicht das Grundstück erstmal zu überprüfen, doch dazu kommt später mehr.

Inwiefern erfahre ich von einem Kampfmittelfund in meiner Nachbarschaft?

Sollte es zu einer geplanten Evakuierung kommen, werden Sie früh genug auf verschiedensten Wegen informiert. Je nach Standort werden Sie entweder per lokale Medien informiert in Form von Post oder auch per Zeitung, Radio, etc. Im normalen Fall fahren vor einer Evakuierung sogenannte Lautsprecherwagen durch die Straßen und informieren die Anwohner über das bevorstehen. Anschließend gehen die Einsatzkräfte an jedem Haus vorbei und informieren die Bewohner nochmal persönlich. Sollten Sie von solch einer Evakuierung betroffen sein, dann informieren Sie bitte auch ihre Nachbarn wenn möglich.

Wie verhalte ich mich bei einer Kampfmittelsondierung richtig?

Sollte bei Ihnen eine Nachbarschaft bspw. eine Fliegerbombe gefunden worden sein, dann ist das richtige Verhalten sehr wichtig. Eine Entschärfung kann nämlich erst dann stattfinden, wenn alle Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt worden sind. Voraussichtlich kann man die Wohnung erst wieder am Abend des Tages betreten, daher sollten alle wichtigen Dinge wie bspw. Medikamente oder Nahrung mitgenommen werden. Schalten Sie ihre Elektrogeräte aus und lassen Sie keine brennenden Kerzen zurück.

Auf meiner Baustelle wurde etwas entdeckt, was ist zu tun?

Sollte bei der Durchführung einer Baumaßnahme eine Bombe oder eine Waffe gefunden werden oder es steht die Vermutung im Rau, dann muss unbedingt eine schriftliche Anordnung zu einer Baueinstellung durchführen. Anschließend werden die vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt und ein Spezialist wird informiert.

Ich möchte eine Kampfmittelerkundung buchen, was und wo kann ich das tun?

Kaufen Sie sich ein Grundstück ist es natürlich auch möglich, dass sich auf dem Grundstück bspw. eine Fliegerbombe o.Ä. befindet. Eine Kampfmittelerkundung dient dazu, solch einen Gegenstand ausfindig zu machen und anschließend Fachgerecht zu entfernen. Natürlich ist das ganze nicht umsonst, allerdings auch nicht teuer. Bei der Oberflächensondierung spricht man hier von dem günstigsten Verfahren. Die Kampfmittelsondierung kostet je nach Größe und Fläche des Grundstückes oftmals weniger als ein Euro pro Quadratmeter. Wurde der ganze Prozess erst einmal durchgeführt, kommt es zu einer Kampfmittelfreigabe. Diese muss schriftlich dokumentiert werden und an die Baubeteiligten weiter gegeben werden. Erst dann kann der eigentliche Bau des Hauses oder Ähnliches beginnen. Möchten Sie eine Kampfmittelsondierung durchführen lassen, können Sie sich bei uns und unseren Spezialisten melden. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Kampfmittelsondierung

Wie läuft eine Kampfmittelsondierung ab?

Als Erstes ist eine historische Erkundung des Gebietes notwendig, dabei wird geprüft, ob in dem Gebiet bereits Hinweise zu Kampfmitteln bereits vorliegen. Solch eine Erkundung läuft normalerweise auf der Grundlage von Archivalien ab(alte Berichte, Zeitungen etc.) Ebenfalls werden Luftbilder ausgewertet, welche vor Bombardierungen getätigt wurden. Anschließend werden vor Ort Untersuchungen durchgeführt, um aus den Recherchen die Daten mit Fakten zu verstärken.

Ist das Ergebnis vorhanden und es wird eine Bombe erwartet, dann muss die Fläche in Abhängigkeit zum erwartenden Gegenstand beräumt werden. Das Raumkonzept ist nötig, da beispielsweise ein Bombenblindgänger in der Regel tiefer liegt als eine weggeworfene Panzerfaust eines Soldaten. Die Grundwasserverhältnisse und das Bodenverhältnis sind hier mit eingeschlossen.

Kommt es zur Räumung einer Fläche wird die Kampfmittelsondierung üblicherweise mit geophysikalischen Detektoren(elektromagnetische Aktivsuchgeräte, Differential- oder Absolut-Magnetometer, Bodenradar) gestartet. Wird bei der Kampfmittelsondierung eine Anomalie im Erdmagnetfeld oder auch im Boden entdeckt, wird es freigelegt, überprüft und anschließend geborgen, aber auch, nur wenn sie handhabungsfähig sind. Ist dies nicht der Fall muss die Bombe entschärft werden. Ist auch eine Entschärfung der Bombe nicht Möglich muss Sie noch vor Ort unschädlich auch oder zerstört werden. Die Entschärfung richtet sich hierbei immer nach der Art der Bombe und nach dem Zustand der Bombe. Genauere Informationen werden in der Regel nicht veröffentlicht, damit niemand auf die Idee kommt eine solche Bombe selber entschärfen zu können.

Was passiert eigentlich mit dem Gegenstand nach der Kampfmittelsondierung?

Die geborgenen Gegenstände werden gesammelt und anschließend in ein Zwischenlager transportiert. Dort werden diese zerlegt und vernichtet. Vernichtet werden diese durch gezielte Sprengungen und durch thermische Vernichtungen. Bei einer thermischen Vernichtung wird der Sprengstoff ausgebrannt. Die übrig gebliebene Hülle, welche unschädlich ist, werden dem Schrott zur Weiterverarbeitung weitergegeben.

Kampfmittelsondierung im Team

Die in diesem erklärten Schritte zur Kampfmittelsondierung erfolgen in der Regel durch staatliche Dienste und privaten Fachfirmen. Heutzutage werden die Erkundungen und Abschätzungen der Gefahr selbst durch den Staat erledigt. Die darauf folgende Beräumung erfolgt überwiegend nur noch durch private Fachfirmen. Anschließend schaltet sich der Staat wieder ein zum Abtransport sowie zur Vernichtung.

Wer kommt dafür eigentlich auf?

Natürlich ist der ganze Prozess nicht umsonst und auch nicht gerade kostengünstig. Daher wird die Rechnung aufgeteilt. Bei einer zivilen Kampfmittelsondierung wird der Betrag auf den Grundstückseigentümer, dem Bund und dem Bundesland aufgeteilt. Die Erkundung des Baugrundstückes liegt meistens an dem Bauherren selbst. Die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, sprich als Entschärfung, Transport und Vernichtung werden vom Land übernommen. Der Bund selbst beteiligt sich im Fall, wenn es sich bei der Bombe um eine reichseigene handelt. Pauschalisieren lässt sich dies nicht aufgrund der föderalistischen Struktur der Bundesländer. Hier hat nämlich jeder seine eigenen Regeln, sodass in jedem Bundesland anders finanziert wird.

Kampfmittelsondierung

Ich habe noch einige Fragen, wo kann ich mich melden?

Sollten Sie nach dem Artikel immer noch im Unklaren sein ist dies natürlich kein Problem. Entweder melden Sie sich bei ihrem zuständigen Bundesland oder auch bei uns. Unsere Spezialisten werden Sie anschließen beraten und weiter helfen können. Erreichen können Sie uns Telefonisch, vor Ort oder auch per E-Mail. Wir beantworten jegliche Fragen in Bezug auf Ablauf, Kosten und weiteres!

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